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Aktuelle Meldung

05.03.2019

Zahlreiche Fichten im Stadtwald vom Borkenkäfer befallen – Fällungen beginnen diese Woche

Im Oberurseler Stadtwald sind ca. 3000-4000 Festmeter Fichte vom Borkenkäfer befallen – aufgrund des trockenen Sommers 2018 entstanden ideale Bedingungen für den Schädling. Die Fällarbeiten beginnen diese Woche, somit kommt es zu zahlreichen Sperrungen von Waldwegen.

Die Ursache für den starken Borkenkäferbefall liegt in der extremen Trockenheit 2018. Die günstigen Witterungsverhältnisse mit Wärme und Trockenheit führten zur Massenvermehrung des Borkenkäfers. Der Klimawandel, frühsommerliche Temperaturen, das warme und trockene Frühjahr sowie anders verteilte Niederschläge begünstigten die Massenvermehrung zusätzlich.

Die Fichten waren aufgrund des Trockenstresses geschwächt und konnten kein Harz bilden, um sich gegen den Schädling zu wehren. Fichten sind besonders anfällig: die Fichte ist eine Gebirgsbaumart, die natürlicherweise in Mittelgebirgen und den Alpen sowie im Moorbereich und nassen Senken vorkommt. Sie bevorzugt feuchtes, kaltes Klima und kommt in den wenigsten Gebieten Deutschlands natürlich vor. Auch im Oberurseler Stadtwald wurde sie aus ökonomischen Gründen durch den Menschen künstlich ins Flachland eingebracht, da sie schnell wächst und als Bauholz begehrt ist.

Der Borkenkäfer, ein Rindenbrüter, ist einer der gefährlichsten Forstschädlinge. Vor allem die Arten „Buchdrucker“ und „Kupferstecher“ leben fast ausschließlich an der Fichte. Die Larven fressen die Bastschicht, unterbrechen den Baum-saftstrom und somit den Nährstofftransport, so dass die Bäume in der Folge absterben.

Der Borkenkäfer überwintert im Boden oder in den befallenen Bäumen und beginnt üblicherweise mit seinem Schwärmflug ab April, bei ca. 16,5° Grad.

Sichtbare Schäden des Borkenkäferbefalls:

• Rinde blättert ab
• Bäume sind abgestorben
• deutlich verfärbte und kahle Kronen
• Nadelfall
• Harzfluss
• Spechtabschläge.


Forstwirtschaftliche Maßnahmen

Die toten Bäume müssen jetzt großflächig gefällt werden, daher sind zahlreiche Wegsperrungen erforderlich und wurden an vielen Stellen bereits umgesetzt.

Die Forstarbeiten dauern ca. drei bis vier Wochen und betreffen Bestände im gesamten Oberurseler Stadtwald, ca. 1500 Bäume, vor allem Fichtenbestände in der Nähe des Schulwalds, An der Heide, im Oberstedter Wald sowie am Revierende an der Emminghaushütte.

 

Michael Maag
BSO-Betriebsleiter